In eigener Sache: Schuh-Report für das DRESDNER Kulturmagazin

Gestern ist das Mai-Heft des DRESDNER Kulturmagazins erschienen, für das ich unter anderem die Ausstellung Starker Auftritt: Experimentelles Schuhdesign im Leipziger GRASSI-Museum für Angewandte Kunst begutachtet habe:

These boots were made for walking“ – Fußbekleidung will inszeniert sein.

So schön sich der Barfußgang auch anfühlt – wer sich nicht zum Berufs-Hippie oder Bettelmönch berufen fühlt, wird sich bald mit der Frage auseinandersetzen, wie man die Füße in den kommenden Monaten schützt, wappnet und inszeniert. Mit Flip-Flops flaniert es sich auch in Pratzschwitz wie an der Playa, während an Adiletten das Image schuhgewordenen Fußpilzes klebt. DRESDNER-Autorin Kathrin Muysers ist der Kulturgeschichte und dem Symbolwert der Fußbekleidung nachgegangen und stellt in ihrem Schuh-Report unter anderem fest, dass an und für sich idiotische Schuhformen zu Trendsettern werden, Frauen eine geradezu fanatische Beziehung zu Schuhen eingehen und auch Männer nicht frei von Eitelkeiten sind.

Den kompletten Artikel gibt’s kostenfrei im DRESDNER Kulturmagazin an allen bekannten Auslagestellen.

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DUDEN-Bibliothek bei gleich zwei Fehlern ertappt

Soeben konnte ich kaum meinen Augen trauen, erwischte ich doch den Duden nicht bei einem, sondern gleich bei zwei Verstößen:

Dialogfeld der DUDEN-Bibliothek, Version 5.1.0.0. Screenshot: KM, 2013.

Dialogfeld der DUDEN-Bibliothek, Version 5.1.0.0. Screenshot: KM, 2013.

 

  1. Der erste Fall verstößt weniger gegen die Rechtschreibung, als gegen die deutsche Sprache, in der unbestimmte Artikel nun einmal gemäß dem Geschlecht des Wortes, das sie näher bestimmen, gebeugt werden.
  2. Der zweite Fall verstößt gegen die Regel, wonach

„Substantive, Adjektive, Verbstämme, Pronomen oder Partikeln mit Substantiven Zusammensetzungen bilden können. Man schreibt sie ebenso wie mehrteilige Substantivierungen zusammen.“

Quelle: Deutsche Rechtschreibung, Regelwerk von 2006, Abschnitt B, v. a. §§37, 38.

Ich will jetzt keine Unschuldigen verdächtigen, aber ich vermute, dass der Fehler eher auf die Kappe eines Programmierers geht. Dennoch ist es peinlich, dass ein renommiertes Unternehmen mit einem Produkt an den Markt geht, welches den Kernkompetenzen dieses Unternehmens zuwider läuft. Es entsteht der Eindruck, dass am Lektorat gespart wurde …

 

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(In)Kongruenz bei der BILD-Zeitung

„Ostalgie von seiner schönsten und sympathischsten Seite.“ ~ BILD.

„Ostalgie von seiner schönsten und sympathischsten Seite.“ ~ BILD.

Liebe BILD, gemäß der KNG-Kongruenz müssen im Deutschen Kasus, Numerus und Genus bei Determinantien, Adjektiven und Nomen innerhalb einer Nominalphrase übereinstimmen. Dann, und nur dann, zeigt sich die Ostalgie von ihrer erträglichen Seite.

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Es ist ganz einfach: Fragen Sie jemanden, der etwas davon versteht.

As to the English language, it has a purpose. If you don’t know how to use it find someone who does. It really is very simple.

~Jay Rayner

Einer der Vorwürfe, die ich bei meiner Tätigkeit als Restaurantkritikerin immer wieder zu hören bekam, war, dass es unfair sei, Restaurantbetreiber für etwas zu kritisieren, wofür diese nichts könnten. Schreibfehler auf der Speisekarte, zum Beispiel.

Der (zu Recht) renommierte Jay Rayner, Rezensent des britischen GUARDIAN, nimmt sich mit der zitierten Aussage eben jener Kritik an, und ich kann ihm nur zustimmen: Sprache ist kein schmückendes Beiwerk wie ein Petersiliensträußchen (ergo: unnötig). Sie erfüllt einen Zweck.

Niemand muss sich dafür schämen, eine Sprache nicht zu beherrschen. Aber jedem, der etwas zu kommunizieren hat (also zum Beispiel, was die Küche anbietet), ohne selbst dazu in der Lage zu sein, steht es frei, diese Aufgabe an jemanden zu delegieren, der sie beherrscht.

Es ist wirklich ganz simpel. Gönnen Sie sich einen Lektor! :)

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Veranstaltungshinweis in eigener Sache: Viktoria Graf, Stop and Go! im Projektraum am Weißen Hirsch

Es ist mir eine große Freude, auf eine Veranstaltung unter meiner Mitwirkung hinzuweisen (und damit quasi das Ende der Elternzeit bei TRANSLArTE einzuläuten):

Ausstellungseröffnung Stop and Go!

Donnerstag, 27. September 2012, 19 Uhr im Projektraum am Weißen Hirsch.

„Stop and Go!“ – Lautet so die Gebrauchsanweisung für das Leben? Taugt dieser flotte Spruch als Metapher zur Beschreibung von Kreativität? Zustände der Euphorie, des Flow, wechseln sich ab mit Momenten des Innehaltens und Zweifelns.

Die junge Dresdner Künstlerin Viktoria Graf wagt mit dieser Ausstellung eine Bestandsaufnahme dessen, was es heutzutage heißt, sich als schöpferischer Mensch immer wieder neu zu definieren. Am Ende werden wir Zeugen eines sogenannten Work-in-progress: zugleich einen Rückblick auf bisherige Erfolge, eine Bestandsaufnahme von Um- und Irrwegen, sowie ein Weitertasten nach neuen Pfaden.

~ Kathrin Muysers, M. A.

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Wenn Apostrophen Akzente setzen oder: Der Apostrakzent

Auf sz-online findet sich heute ein Beispiel eines typografischen Fehlers, den man leider öfter beobachten kann:

Konkurs der Eleganz: Screenshot eines sog. „Apostrakzents“.

Konkurs der Eleganz: Screenshot eines sog. „Apostrakzents“.

Nicht nur, dass sich hier zwischen vermeintlichem Apostroph und dem folgenden Buchstaben fälschlicherweise ein Leerzeichen eingeschlichen hat. Überdies wurde statt des Apostrophs [’] ein Akzent gesetzt, und zwar ein sogenannter Gravis [`].

Wer sich nicht sicher ist, welches Zeichen jeweils korrekt wäre bzw. wo man es auf einer Tastatur finden kann, dem sei ein Spickzettel empfohlen, den ich selbst schon seit Jahren benutze: das Mauspad von fontshop, das man entweder als PDF gratis herunterladen oder als Mausunterlage kaufen kann.

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Ich freue ich mich auch!

Sobald ich lesen gelernt hatte, besaß ich die Angewohnheit, alles zu lesen, was es in meiner Umgebung zu entziffern gab. Gerade wenn die Texte besonders banal sind, ist es lustig, kleine Stolpersteine zu entdecken – so wie hier:

Ströer-Plakat, gesehen in einer Dresdner Straßenbahn.

Ströer-Plakat, gesehen in einer Dresdner Straßenbahn.

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Musikjournalismus-Seminar an der Scheune-Akademie

Heute nahm ich an einem Musikjournalismus-Seminar mit dem Referenten Benjamin Schäfer teil, das von der Scheune-Akademie (der ich hiermit einen Bindestrich spendiere) veranstaltet wurde. Alles in allem war es eine interessante und unterhaltsame Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre. Wenig überraschendes Fazit: auch beim Schreiben über Musik gilt es, den jeweils richtigen Ton zu treffen.

Buchtipp zum Thema:

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Kleidung, Haare, Stil

„Ich verstehe Leute nicht, die um ihr Aussehen, ihre Kleidung und ihre Haare besorgt sind, aber nicht um ihren Stil.“

~Kurt Flasch, 82, Philosophiehistoriker,
in einem SPIEGEL-Interview aus dem Jahr 2010

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In eigener Sache: Katrin Feist in der Villa Eschebach

Ich möchte an dieser Stelle auf eine Veranstaltung unter meiner Mitwirkung hinweisen, zu der alle Interessierten willkommen sind.

Albertplatz, Hechtviertel, Wilsdruffer Straße: drei Koordinaten, die den Alltag der Künstlerin Katrin Feist umreißen, zugleich aber auch eine Art kreatives Bermudadreieck markieren, innerhalb dessen die Dresdnerin ihre Lebenswirklichkeit aus Wohnen, Broterwerb und künstlerischem Schaffen in eine Kunstwelt übersetzt.

Wer jetzt an zeitgenössische Blicke auf barocke Pracht zwischen Frauenkirche und Brühlscher Terrasse denkt, liegt daneben: Feist wendet sich in ihren jüngsten Stadtlandschaften unverbrauchten Motiven jenseits einer Postkartenromantik zu. Dabei nimmt sie Blickwinkel ein, die durchaus vertraute Dresdner Ecken zugleich fremd und vertraut erscheinen lassen. So zeigte sie sich fasziniert vom monatelangen Umbau des Bahnhofs Neustadt – “unter Lebensgefahr”, wie sie selbst mit trockenem Humor anmerkt, fertigte sie zunächst Digitalfotos der chaotischen Situation vor Ort. Diese dienten als Vorbild für ihre ausschnittshaften Ölgemälde, in denen sie beispielsweise Ampelwälder und Oberleitungsgeflechte einfängt, als sei die Stadt eine einzige “Welt am Draht”. In einer dem urbanen Leben abgeschauten, vorstädtisch-trüben Palette leuchtet das Licht in ihren Bildern matt, so, wie es sich eben für jemanden darstellt, der früh zur Arbeit oder abends auf dem Nachhauseweg die Stadt durchquert.

In interessantem Kontrast dazu stehen die Grafiken, die sie anhand ihren vielen Wanderungen anfertigte. Da leuchtet es schon einmal rostrot zwischen den Tälern des Riesengebirges, wenn sich der Farn im Nebel ihr eben so präsentierte. Mitunter löst sie die dingliche Welt ganz auf; dann werden ihre Bilder zu feinnervigen, energiegeladenen Gespinsten, aus denen ihre keinesfalls esoterische Verzückung über die Natur spricht.

Mit der 1966 geborenen Feist, die seit 1997 als freischaffende Malerin und Grafikerin tätig ist, setzt die Villa Eschebach ihre Förderung lokaler Kunst fort und zeigt eine Auswahl von Werken, die sich radikal dem Alltag zuwenden, ohne dabei den Blick für lyrische, ja spielerische Momente zu verlieren.

Informationen

  • Katrin Feist in der Reihe Kunst in der Villa Eschebach
  • Ort: Villa Eschebach, Georgenstraße 6 (Am Albertplatz), 01097 Dresden
  • Vernissage: 31. Januar 2012, 19 Uhr.
  • Einführung: Kathrin Muysers, M. A.
  • Musik: Frieder Schmidt (Schifferklavier), Dresden
  • Ausstellungsdauer: 1. Februar – 23. März 2012
  • Faltblatt (PDF)
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