Der Dresdner Baubürgermeister Jörn Marx wird den Stadträten demnächst den Namen der Waldschlösschenbrücke zur Bestätigung vorschlagen. Auf sz-online wird hierzu zitiert, dass er „für die klassische Schreibweise mit ‚ß‘ sei.“ Und weiter: „Einige Leser hatten vorgeschlagen, sich der neuen Rechtschreibung zu beugen und den Namen lieber mit einem doppelten ‚s‘ zu schreiben.“
Ich war nie ein Verfechter der Rechtschreibreform. Doch dass man sich selbst von offizieller Seite nicht an sie hält, halte ich für ein ziemlich fragwürdiges Signal. Wie sollen Eltern ihren Kindern Rechtschreibregeln erklären, wenn diese als Frage persönlicher Präferenzen gehandhabt werden?

Man könnte erklären, dass »Waldschlößchen« ein Eigenname ist?
Dann sollte man das auch so begründen, und sich nicht mit Formulierungen aufhalten, die eine Vorliebe zugunsten der alten Rechtschreibung erkennen lassen.
Es stößt mir einfach auf, dass ein Baubürgermeister sich zum Sprachwalter aufschwingt. Damit überschreitet er seine Kompetenzen.
»Er ist für die klassische Schreibweise« ist ja ein Zitat der SZ und nicht des Baubürgermeisters. Es muss nicht bedeuten, dass er für die alte Rechtschreibung eintritt. Vielleicht wollte er mit seinen Worten dasselbe ausdrücken wie ich: Der Standort hat einen »klassischen« Eigennamen(?) Man weiß es nicht.
Hm. Du könntest recht haben.
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